Berlin, 29.6.2018

Tagung

Art and the City: Die Stadt als globaler Kunststandort

 

Museum für Islamische Kunst, Berlin

Freitag, 29.6.2018, 13-18 Uhr

 

Seit Anfang des 21. Jahrhunderts ist Berlin zu einem immer stärkeren Anziehungspunkt für internationale KünstlerInnen geworden, von denen eine beträchtliche Anzahl auch aus nicht-westlichen Ländern kommen. Viele von ihnen haben ihre Länder aufgrund von Kriegen und bewaffneten Konflikten verlassen, oder weil die Arbeitsbedingungen für KünstlerInnen und Kulturschaffende immer schwieriger werden. So sind in den letzten Jahren zahlreiche KünstlerInnen aus Syrien oder der Türkei gekommen, die jetzt vor der Aufgabe stehen, angesichts neuer Publikumserwartungen und unbekannter, institutioneller Strukturen, ihre Praxis neu zu definieren.

 

Metropolen wie Berlin waren und sind globale Kunstzentren, die einerseits ein hohes Maß an künstlerischer und intellektueller Freiheit versprechen, andererseits erfordern sie eine Eingliederung in die bestehende institutionelle Infrastruktur. Dabei findet sich die hierfür notwendige Flexibilität eher in kleineren Strukturen (wie Projekträume, Off-spaces, etc.), als in den größeren Institutionen, wie den Häusern der Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Allerdings verändert die globale Migration auch allmählich das Selbstverständnis dieser Institutionen. Ein Beispiel ist das Projekt „Multaka“, das 2015 auf Initiative des Museums für islamische Kunst gestartet wurde, und in dessen Rahmen Geflüchtete und Einwanderer mit syrischem oder irakischem Hintergrund in vier Museen zu Museumsguides ausgebildet werden, um Museumsführungen für andere Geflüchtete in deren Muttersprache zu entwickeln und durchzuführen. Mittlerweile sind 24 Guides am Projekt beteiligt, und Führungen finden zweimal in der Woche statt. Darüber hinaus führen Debatten über die Legitimation von ethnologischen Sammlungen und Fragen über Restitutionsforderungen, wie sie durch die Neuausrichtung dieser Sammlungen im Humboldtforum angestoßen wurden, zu einer Hinterfragung des bisher als selbstverständlich betrachteten aufklärerischen Bildungsauftrags universeller Museen.

 

Ausgehend von dem Fallbeispiel Berlin wollen wir darüber diskutieren, wie sich Städte und deren Institutionen im Zuge der globalen Migration aus zeitgenössischer oder historischer Perspektive verändern.

 

Organisation:
Dr. Charlotte Bank, Katrin Nahidi

 

 

Programm

 

Freitag, 29. Juni 2018

 

13-18               MUSEUM FÜR ISLAMISCHE KUNST

Brugsch-Pascha-Saal Geschwister Scholl Straße 6, Berlin-Mitte
(Verkehrsverbindung: S-Bahn Friedrichstraße (ab Hauptbahnhof), U-Bahn U6 Friedrichstraße NB!)

 

13:30               Willkommen und Einführung
13:45-14:45    Nedal Daghestani (Freunde des Museums für Islamische Kunst) Kennan Melhem
                        (Museum für Islamische  Kunst – Multaka Projekt)

 

Diskussion


14:45-16:15    Charlotte Bank (Art-Lab Berlin)
                        Zwischen Inklusion und Marginalität: Syrische KünstlerInnen in Berlin

 

Burcu Dogramaci (Institut für Kunstgeschichte, LMU München)
Neu-Istanbuler – Metropole, Kunst und Exil in den 1930er Jahren

 

Buket Altinoba (Karlsruher Institut für Technologie)
Selbst-migrantische Reflektionen in den frühen Arbeiten von Nil Yalter

 

Diskussion

 

Kaffeepause

 

16:45-18         Künstlerische Projekte mit Geflüchteten:

Mohamed Badarne (Freischaffender Künstler, Berlin)
Osama Hafiry (Freischaffender Künstler, Berlin)
Martina Kopp (Museum für Islamische Kunst): Outreach – aber wohin?
Von der unendlichen Freiheit und ihren Herausforderungen

 

Abschlussdiskussion

 

Gemeinsames Abendessen

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Sa, 13.6.18      Mitglieder-Versammlung der AG

 

Interne Mitglieder-Versammlung

AG Kunstproduktion und Kunsttheorie
im Zeichen Globaler Migration

 

 

Samstag, 30. Juni 2018

 

9-11:30           ART-LAB BERLIN

Perleberger Straße 60, Berlin-Moabit
(Verkehrsverbindung: Bus M27, 123 Stendaler Straße, U-Bahn: U9 Birkenstraße)

  

Nachmittag     Gemeinsamer Besuch der Ausstellung "Hello World", Hamburger Bahnhof

 

Besuch der Berlin Biennale